Von Römerstadt zu Römerstadt

Auf Spurensuche in Trier begab sich die Lopodunia mit ihrem diesjährigen Maiausflug. In Ladenburg war es Kaiser Trajan, der wahrscheinlich im Jahre 98 n.Chr. Lopodunum zum Hauptort des ulpischen (Familienname von Trajan) Gaus der Neckarsueben gemacht hat. In Trier war es Kaiser Augustus, der um 16 v.Chr. Augusta Treverorum in der Nähe eines Stammheiligtums der keltischen Treverer gegründet hat. Gegen Ende des 3. Jh. machte Kaiser Diokletian die jetzt Treviri genannte Stadt zur römischen Kaiserresidenz und Hauptstadt des weströmischen Reiches. Unter der Herrschaft Konstantins des Großen (306-337) wurden die Palastaula (d.h. die heutige Konstantinbasilika, ein ev. Gotteshaus) und die Kaiserthermen  errichtet, sowie private Wohnpaläste zu einer großen Doppelbasilika, deren Reste noch im Bereich des Doms und der Liebfrauenkirche erkennbar sind, verändert. Der Dom St. Peter ist die älteste Bischofskirche Deutschlands, und just an diesem Samstag, dem 23. Mai, war der neue Bischof von Trier, Stefan Ackermann, bei Proben zur Überreichung des Bischofsstabes zu bewundern. Der „Heilige Rock“ allerdings, die berühmte Reliquie, war nicht zu sehen. Geschlossen war auch die Liebfrauenkirche, die älteste gotische Kirche in Deutschland, seit 1951 mit dem Status einer Basilica minor. Das römische Trier war von einer knapp 6,5 km langen Stadtmauer umgeben. An der Ausfallstraße nach Norden befand sich die aus ursprünglich hellen Sandsteinquadern errichtete Porta Nigra. Zu Ehren des heiligen Simeon war sie im Mittelalter zur Kirche umgebaut worden, was im Inneren an vielen Elementen zu erkennen ist.

Trier war auch im Mittelalter reich und bedeutend. Zentrum der Stadt ist seitdem der Hauptmarkt mit dem Marktkreuz (958) und dem Petrusbrunnen (1595). Umgeben von Häusern aus Gotik, Rennaissance, Barock und Klassizismus, darunter die gotische Steipe, das Festhaus der Ratsherren (1430) und das Rote Haus (1684).

1986 wurden die römischen Baudenkmäler, der Dom und die Liebfrauenkirche als Weltkulturgut unter den Schutz der UNESCO gestellt.

Nachdem nun die Lopodunen aus der ältesten Stadt rechts des Rheins, einen Teil Triers, der ältesten Stadt von ganz Deutschland besichtigt hatten, erfolgte die Heimfahrt mit Stopp in Ungstein im Weinhaus u. Restaurant „Spötzl’s Honigsäckel“ zum gemeinsamen Abendessen und fröhlichem Ausklang mithilfe altbekannter Lieder, angestimmt vom Sangesmeister und Ehrenvorsitzenden der Vereinigung.

Text und Fotos: Gaby Wiesler