Die LOPODUNIA in Heilbronn und auf dem Kompass des Kraichgaus

 

 

 

Heilbronn, die Stadt, die ihren Namen vom Heiligen Brunnen in der Nähe der Kilianskirche ableitet, empfing die Lopodunen mit viel Wasser, allerdings von oben kommend. Trotzdem war die Stadtführung ein gelungener, informativer Rundgang, der die wichtigsten Kunstdenkmäler beinhaltete: Der Hafenmarktturm, Überbleibsel eines Franziskanerklosters, ist heute Gedenkstätte für Opfer des 1. Weltkrieges. Das Rathaus, ursprünglich aus dem 13. Jh., glänzt durch seine Renaissancefassade mit einer kunstvollen astronomischen Uhr. Es bildet zusammen mit dem Käthchenhaus und dessen Renaissanceerker (1534), der Kilianskirche und anderen bemerkenswerten Bauten ein reizvolles Ensemble. Die Kilianskirche, auf romanischen Fundamenten gegründet, wurde um 1225 zur frühgotischen Säulenbasilika umgebaut und 1297 dem iro-schottischen Mönch Kilian, der im 7. Jh. vor allem in Mainfranken missionierte, geweiht. 1498 war die Einweihung des Hochaltars von Hans Seyffer, eines der bedeutendsten Schnitzwerke der Spätgotik im Neckarraum. In den Jahren 1509-29 folgte mit dem Westturm das erste bedeutende Bauwerk der Renaissance in Deutschland. (Das „Männele“ auf der Spitze stellt einen vom Bürgerstolz zeugenden Stadtsoldaten dar. Schließlich war Heilbronn bis 1802 freie Reichsstadt.) Der angrenzende Deutschordenshof, heute als Museum ausgebaut, ist ein nicht minder bedeutendes geschichtliches Zentrum der Stadt. Seine ältesten Teile (13. Jh.) befinden sich im Turmbereich des Münsters St. Peter und Paul. Obwohl Heilbronn im 2. Weltkrieg stark zerstört wurde, sind noch weitere herausragende historische Schätze, wie die Fassade eines Rokokobaus an der Rathausehrenhalle, die Nikolaikirche, das Fleischhaus, der Götzen- und der Bollwerksturm u. a. zu bewundern. Zudem gibt es viele architektonisch interessante neue Gebäude in der lebendigen Stadt.

Die Burg Steinsberg, der Kompass des Kraichgaus, stand als zweites Ziel auf dem Programm. Sie steht weithin sichtbar auf einem Basaltkegel und wartet darauf erklommen zu werden. Der knapp 30 m hohe Bergfried und die Mantelmauer stammen aus dem 13. Jh.. Die regelmäßig bearbeiteten Buckelquader mit ihren vielfältigen Steinmetzzeichen erinnern an die großen Stauferburgen in Italien. Eine wechselvolle Geschichte und Blitzeinschlag ließen die Anlage mehr und mehr verfallen, bis die Stadt Sinsheim sie 1973 erwarb und erhebliche Mittel für Sanierung und Erhalt aufwendet. In den ehemaligen Wohn. Und Wirtschaftsgebäuden ist heute ein Restaurant untergebracht, das die Lopodunen mit gut bürgerlicher Küche und hervorragenden Weinen aus der Region verwöhnte. So konnte in althergebrachter Weise der Sangesmeister Horst Müller den Cantus anstimmen, um den Tag fröhlich und mit zufriedenen Ausflüglern ausklingen zu lassen.

gw

 

 

 

 

 

 

Heilbronn

  

 

  

 

  

 

und Burg Steinsberg